Bei industrieller Bildverarbeitung sollte sich die Hardware nach der Aufgabe richten. Viele Videoanalysen lassen sich direkt auf einer modernen CPU ausführen. Mit steigender Zahl der Kameras, komplexeren KI Modellen oder höheren Bildraten wächst jedoch der Bedarf an GPU Leistung.
Der FPC-9309W-G5 lässt sich entsprechend konfigurieren: mit Intel Core Ultra Prozessoren und bei Bedarf mit einer NVIDIA RTX 50 Grafikkarte. Vier unabhängige 2,5 GbE Schnittstellen und fünf PCIe Steckplätze sind besonders dann relevant, wenn mehrere Datenströme verarbeitet und zusätzliche Erweiterungskarten eingebaut werden sollen.
Verarbeitung auf der CPU oder mit einer NVIDIA GPU
Der Rechner basiert auf Intel Core Ultra Prozessoren der Serie 2 im LGA1851 Sockel und dem Intel W880E Chipsatz. Zur Auswahl stehen CPUs mit 35 oder 65 W TDP. Vier DDR5 U-DIMM Steckplätze nehmen bis zu 192 GB DDR5-5600 auf und unterstützen sowohl ECC als auch Non-ECC Speicher. Die hohe Speicherkapazität bietet Reserven für große Bildpuffer, mehrere parallel laufende Dienste und umfangreiche lokale Datenbestände.
Ein Beispiel liefert die gemeinsame Vorführung von ARBOR und SAIMOS auf der VISION 2026. Die dort präsentierte Analysesoftware läuft auf dem FPC-9309W-G5 vollständig auf Intel Prozessoren.
Für anspruchsvollere Modelle und höhere Verarbeitungsraten nimmt das Gehäuse eine NVIDIA RTX 50 Grafikkarte mit bis zu 575 W Leistungsaufnahme und einer Länge von maximal 357,6 mm auf. Die Leistungsgrenze entspricht der Total Graphics Power der RTX 5090 im NVIDIA Referenzdesign. Alternativ lassen sich zwei GPUs mit jeweils bis zu 300 W einsetzen.
Abmessungen, Slotbreite, Stromanschluss und Kühlkonzept unterscheiden sich je nach Kartenhersteller. Deshalb muss das konkrete GPU Modell immer zusammen mit der übrigen Ausstattung geprüft werden.
Separate Netzwerke und fünf PCIe Steckplätze
Vier Intel WGI226LM Controller stellen vier voneinander unabhängige 2,5 GbE Anschlüsse bereit. Damit können beispielsweise getrennte Netze für Kameras, Maschinen, Anlagen und Service aufgebaut werden. PoE gehört nicht zur spezifizierten Ausstattung. Kameras oder andere Netzwerkgeräte benötigen daher eine eigene Stromversorgung oder einen externen PoE Switch.
Zwei PCIe x16 Steckplätze sind für leistungsfähige Grafikkarten vorgesehen. Drei weitere physische PCIe x8 Steckplätze sind jeweils über vier Lanes angebunden. Sie können projektspezifische Karten für Bilderfassung, zusätzliche Netzwerkanschlüsse, Speicher oder industrielle I/O Funktionen aufnehmen.
Wie viele benachbarte Steckplätze tatsächlich nutzbar bleiben, hängt von der Breite und Kühlkonstruktion der GPU ab. Bei der Systemauslegung müssen deshalb Lane Anbindung, verfügbarer Bauraum, Leistungsaufnahme und Kühlanforderungen aller Karten gemeinsam berücksichtigt werden.
Speicher, Schnittstellen und Servicezugang
Zwei M.2 M Key Steckplätze unterstützen NVMe SSDs. Hinzu kommen zwei von außen zugängliche Schächte für 2,5 oder 3,5 Zoll SATA Laufwerke. Je nach Speicherausbau stehen RAID 0, 1 und 5 zur Verfügung. So können Betriebssystem, KI Modelle, Aufzeichnungen und temporäre Daten auf getrennten Laufwerken abgelegt werden.
Acht USB 3.2 Gen2 Anschlüsse übertragen Daten mit bis zu 10 Gbit/s. Vier serielle Schnittstellen sowie acht digitale Ein- und acht digitale Ausgänge binden weitere Geräte und Signale an. Für die Bildausgabe stehen zwei HDMI 2.1 und zwei DisplayPort 2.1 Anschlüsse zur Verfügung. Gleichzeitig lassen sich maximal zwei unabhängige Displays ansteuern.
Stromversorgung und zulässige Umgebungstemperatur
Die Eingangsspannung beträgt 24 bis 48 V DC. Für Anlagen mit Wechselspannungsversorgung bietet ARBOR optionale AC/DC Netzteile für die Hutschienenmontage mit 600 oder 1.000 W an. Das passende Netzteil richtet sich nach CPU, GPU, Laufwerken und zusätzlichen PCIe Karten.
Auch der Betriebstemperaturbereich hängt von der Konfiguration ab:
| Konfiguration | Betriebstemperatur laut Hersteller |
|---|---|
| CPU mit 35 W TDP | −20 bis +70 °C |
| CPU mit 65 W TDP | −20 bis +55 °C |
| System mit NVIDIA RTX 5090 | −20 bis +45 °C |
Für den Betrieb mit SSD nennt ARBOR Vibrationsbeständigkeit nach MIL-STD-810G, Methode 514.6, Kategorie 4 sowie Schockfestigkeit nach Methode 516.6 mit 20 G. Diese Werte gelten für die vom Hersteller festgelegte Prüfkonfiguration. Bei einem vollständig bestückten PC müssen GPU und weitere Erweiterungskarten separat in die mechanische und thermische Bewertung einbezogen werden.
Das Metallgehäuse misst 220 × 380 × 320 mm, wiegt 7,4 kg und ist für die Wandmontage vorgesehen. Frontseitig zugängliche Anschlüsse und Laufwerksschächte erleichtern Einbau und Service in Maschinen und Schaltschränken.
Konfiguration für das konkrete Projekt
Der FPC-9309W-G5 eignet sich für Bildverarbeitung mit mehreren Kameras, automatisierte optische Prüfung, lokale Videoanalyse sowie leistungsfähige Rechen- und Steuerungsaufgaben in Automatisierung und Robotik. Entscheidend ist eine Konfiguration, bei der Rechenleistung, Erweiterungskarten, Speicher, Stromversorgung und Umgebungstemperatur zusammenpassen.
Für die Auswahl benötigt IPC2U insbesondere folgende Angaben:
- eingesetzte Software und KI Modelle
- Anzahl, Auflösung, Bildrate und Schnittstellen der Kameras oder anderer Datenquellen
- vorgesehene GPU und weitere PCIe Karten
- benötigte Speicherkapazität und gewünschter RAID Modus
- vorhandene Versorgungsspannung und maximale Umgebungstemperatur
Technische Daten und Konfigurationsmöglichkeiten finden Sie auf der Produktseite des FPC-9309W-G5. Weitere Plattformen stehen im Bereich Edge KI Systeme zur Auswahl. Über das IPC2U Kontaktformular können Sie uns Ihre Projektanforderungen senden.