ARBOR Technology hat das COMX-A300-Modul vorgestellt. Dieses Ereignis verdient besondere Aufmerksamkeit, da es sich um die erste Lösung des Herstellers im COM-HPC-Standard (Size A) handelt. Der Übergang zu diesem Format eröffnet Ingenieuren Architekturen, die innerhalb klassischer modularer Konzepte bisher äußerst schwer umzusetzen waren.
Die Veröffentlichung des COMX-A300 richtet sich an Anwendungen, die eine enorme Bandbreite und komplexe Echtzeit-Datenverarbeitung erfordern, bei denen die Möglichkeiten bestehender Standards ihre physikalischen Grenzen erreicht haben.
Architektonische Merkmale: Intel Core Ultra Plattform
Das Modul basiert auf Intel Core Ultra Prozessoren (U- und H-Serie, Arrow Lake und Meteor Lake Architekturen). Die unterstützte Prozessorpalette ist äußerst breit: vom energieeffizienten Ultra 5 125U mit einer Basisleistungsaufnahme von 15 W bis hin zum leistungsstarken Ultra 7 255H mit 24 MB Cache und einer Leistungsaufnahme von 28 W.
Die Unterstützung von zwei DDR5 SO-DIMM-Steckplätzen ermöglicht bis zu 96 GB RAM mit einer Frequenz von 6400 MT/s.
Die vollständige Liste der unterstützten Prozessoren ist in der folgenden Tabelle dargestellt:
| CPU-Modell | Turbo Boost (GHz) | Kerne / Threads | TDP (W) |
|---|---|---|---|
| Ultra 7 255H | 5.1 | 16 / 22 | 28 |
| Ultra 5 225H | 4.9 | 14 / 18 | 28 |
| Ultra 7 155H | 4.8 | 16 / 22 | 28 |
| Ultra 5 125H | 4.5 | 14 / 18 | 28 |
| Ultra 7 255U | 4.8 | 12 / 14 | 15 |
| Ultra 5 225U | 4.4 | 12 / 14 | 15 |
| Ultra 7 155U | 4.8 | 12 / 14 | 15 |
| Ultra 5 125U | 4.3 | 12 / 14 | 15 |
COM-HPC vs. COM Express: Zentrale Unterschiede
Für einen Spezialisten, der an den COM-Express-Standard gewöhnt ist, bedeutet der Wechsel zu COM-HPC nicht nur eine Änderung des Steckverbinders, sondern den Zugang zu neuen physikalischen Datenübertragungsebenen.
USB4- und USB 3.2-Schnittstellen:
Das COMX-A300 verfügt über zwei USB4-Ports mit Datenraten von bis zu 40 Gbit/s sowie über zwei USB 3.2 Gen2-Ports und acht USB 2.0-Ports. Die Unterstützung von USB4 war unter älteren Spezifikationen praktisch nicht möglich.
PCIe Gen 5:
Prozessoren der H-Serie bieten eine PCIe x8 Gen 5 Lane, die enorme Geschwindigkeiten für externe GPUs oder dedizierte Datenerfassungskarten ermöglicht. Zusätzlich stehen bis zu 11 PCIe Gen 4 Lanes zur Verfügung, von denen einige für NVMe-Speicher konfiguriert werden können.
Netzwerk und Audio:
Das Gerät verfügt über zwei Intel i226LM Gbps-Controller mit Unterstützung für Zeitsynchronisation (TSN) und Wake-on-LAN (WOL).
Auch das Audiosubsystem wurde aktualisiert: Neben dem klassischen HD Link werden nun Soundwire- und I2S-Schnittstellen unterstützt.
Schnittstelle:
Der COM-HPC-Standard nutzt 800 Kontakte (im Vergleich zu 440 bei COM Express), was eine bessere Stromverteilung und Signalintegrität bei ultrahohen Frequenzen ermöglicht.
Industrieller Betrieb und Zuverlässigkeit
Trotz seiner Rolle als erstes Produkt der COM-HPC-Serie behält das COMX-A300 alle Merkmale professioneller ARBOR-Systeme bei. Das Modul ist für den Betrieb in einem Temperaturbereich von -20 °C bis 60 °C ausgelegt.
Das System kann in einem weiten Spannungsbereich von 8,5 V bis 20 V betrieben werden, wodurch es sich flexibel in unterschiedliche Einsatzszenarien integrieren lässt.
Zusätzliche Managementfunktionen umfassen:
- Integriertes TPM 2.0 Sicherheitsmodul
- 12-Bit GPIO, UART-Ports und SMBus-Schnittstelle
- Unterstützung moderner Betriebssysteme: Windows 10/11 IoT Enterprise und Linux (Ubuntu 20.04)
Fazit
Die Einführung des COMX-A300 stellt einen bedeutenden Meilenstein für ARBOR Technology dar. Als erstes Modul des Unternehmens im COM-HPC-Format bietet es Fachanwendern eine sofort einsatzbereite Plattform für den Einsatz von PCIe Gen 5, DDR5-Speicher und Ultra-High-Definition-Videoanalyse.
Diese Lösung eignet sich ideal für Projekte, bei denen nicht nur aktuelle Leistung entscheidend ist, sondern auch die langfristige Verfügbarkeit moderner Schnittstellen.