https://ipc2u.de/artikel/wissenswertes/das-globale-defizit-auf-dem-markt-elektronischer-bauteile-wer-ist-schuld-und-was-tun/
14:13 19.10.2021
. .
Anmeldung
Login:
Passwort:


Passwort vergessen? Registrierung
Haben Sie Ihr Passwort vergessen?
e-Mail::
Haben Sie Ihr Passwort vergessen?
Es gibt keine Elemente in den Favoriten
Top-Artikel
Preis auf Anfrage
.
.
Warenkorb
Preis auf Anfrage
Rabatt -
Gesamtsumme:

Das globale Defizit auf dem Markt elektronischer Bauteile. Wer ist schuld und was tun?

Auf der ganzen Welt haben die Elektronikhersteller auf ein Defizit an elektronischen Bauteilen und die gewöhnlichen Verbraucher auf eine Verteuerung der Ausrüstung und Verlängerung deren Lieferfristen gestoßen. Dies begann nicht gestern, und niemand weiß, wann dies vorbei sein wird. IPC2U versucht, anhand der Daten von Herstellern die Ursachen für das Defizit an Bauteilen herauszufinden sowie zu klären, wie die Hersteller es versuchen, die Fristen für die Lieferung der Ausrüstung zu kürzen.

Hauptursachen für das Defizit an Bauteilen, das Preiswachstum und die Verlängerung der Lieferfristen


Naturkatastrophen



Erdbeben, Tsunami, Schneestürme und Brände. Seit 2011 hat die Halbleiterbranche eine Reihe von Katastrophen erlebt, die zur vollständigen Stilllegung von Fabriken oder zu einer wesentlichen Verlängerung von Fristen für die Lieferung elektronischer Bauteile geführt haben. Zum Beispiel wurden nach dem Unfall im Atomkraftwerk Fukushima alle Halbleiterfabriken von Shin-Etsu Chemical und MEMC Electronic Materials geschlossen, auf die 25% der weltweiten Produktion von Siliziumscheiben entfielen. Die Schneestürme und Fröste im US-Südstaat Texas führten zum Stopp der Produktion in den Fabriken von Samsung und NXP, und die Unternehmen Volkswagen, Ford, Honda und Nissan mussten die Produktion von Kraftfahrzeugen reduzieren. Ein Brand in der Fabrik Renesas Electronics in Japan hat die globale Autoproduktion beeinflusst und lies diese um 1,6 Mio. Kfz sinken.



COVID-19-Pandemie. Im Jahr 2020 wurden zwecks Bekämpfung der Ausbreitung des Corona-Virus für mehrere Monate zahlreiche Fabriken — von den Herstellern elektronischer Bauteile bis hin zu den Herstellern fertiger Geräte — geschlossen. Das führte zum Mangel selbst an Basisbauteilen und als Folge zu noch größeren Problemen bei der Herstellung von Gebrauchs- und Industrieelektronik.



Stau im Suezkanal. Am 23. März 2021 war das Containerschiff „Ever Given, “das dem Unternehmen Evergreen gehört und zu den größten Containerschiffen der Welt zählt, für fast eine Woche im Suezkanal steckengeblieben. Das führte zu einem globalen Kollaps im Güterverkehr. Nur am 29. März gelang es, die “Ever Given” wieder flottzumachen. Zu diesem Zeitpunkt warteten schon mehr als 450 verschiede Schiffe darauf, den Suezkanal passieren zu können. Die Sperrung des Suezkanals wirkte sich nicht nur auf die Lieferfristen, sondern führte auch dazu, dass die Ölpreise sowie die Frachtkosten gestiegen sind. Zum Beispiel sind die Kosten für die Lieferung eines Containers aus Asien nach Europa im Durchschnitt von 1 500 auf 10 000 US-Dollar gestiegen.



Überlastung der Halbleiterhersteller. Die Fabriken der Halbleiterplattenproduzenten TSMC и Samsung Electronics sind geradezu überhäuft mit Aufträgen und sie brauchen 2 bis 3 Jahre, um neue Kapazitäten zu errichten. Viele Branchen leiden bereits an Mangel an elektronischen Bauteilen. Zum Beispiel sind die Autohersteller konfrontiert mit einem Defizit an Chips für elektronische Motorsteuergeräte, externe Elektrogeräte, Fahrtschreiber, Armaturenbretter, Multimediasysteme und viele andere Systeme. Deswegen müssen sie die Produktion von Autos reduzieren und sogar die Fabriken stilllegen.



Defizit an Audiochips und DRAM Speicher. Ein Unfall in der Fabrik Micron und der Verzicht auf die Herstellung von veralteten DDR3 Speichermodulen ließen die Preise für alle Arten von Speichern nach oben schnellen. Die Lieferfristen für herkömmliche Bauteile sind auch länger geworden. Zum Beispiel beträgt die Lieferzeit für Audiochips 25 Wochen, für andere Bauteile — 52 Wochen.


Politische Auswirkungen und Probleme

Politische Sanktionen gegen chinesischen Unternehmen. Aus Furcht vor Verbot der Lieferung von Bauteilen fingen einige Firmen 2019 an, die Bauteile 3 oder sogar 6 Monate im Voraus panisch einzukaufen, infolge dessen ein Defizit entstand. Zum Beispiel gab der chinesische Elektronikhersteller Huawei über 23 Milliarden US-Dollar aus, um einen Vorrat an Basisbauteilen für 2 Jahre anzulegen.


Verteuerung von Luft- und Seetransporten. Durch Pandemie und politischer Sanktionen wurde der Seeverkehr zwischen den USA und China beeinträchtigt. China verringerte den Umfang der Einkäufe von Waren in den USA. Es führte dazu, dass es im Endeffekt nichts gab, womit die aus China geschickten Container beladen werden könnten, und die Rückverfrachtung von leeren Containern ist unrentabel. All das verursachte einen akuten Mangel an freie Containern in Asien und eine Anhäufung von leeren Containern im Westen. Die Frachtkosten wuchsen um 300 %. Außerdem wuchs die Nachfrage nach Frachtflüge, was deren Preise steigen ließ.


Abwertung des US-Dollars. Seit 2020 wurde die lokale Währung in den Herstellerländern von elektronischen Bauteilen stärker, sie erwirtschaften nun weniger Geld in lokaler Währung. Das bewegte diese Unternehmen dazu, die Preise für ihre Produkte zu erhöhen.

Währung 18 Juni 2020 18 Juni 2021 Veränderung, %
Dollar (Taiwan) 29.61 TWD 27,76 TWD -6,25
Yuan (China) 7,09 CNY 6,44 CNY -9,17
Won (Südkorea) 1 212,48 KRW 1 130,04 KRW -6,79

Erhöhte Nachfrage nach Elektronik


Neue Technologie-Trends. Ein rasantes Wachstum im Bereich Herstellung von Elektroautos, Internet der Dinge, Grenzgeräte, Ausrüstung für 5G-Netze und Wi-Fi 6 löste einen Bedarf an elektronische Bauteile aus. Die Halbleiterhersteller schaffen es nicht, die erhöhte Nachfrage zu befriedigen. Die Produktion von Chips kann nur in 2 bis 3 Jahren nach dem Bau neuer Fabriken erhöht werden.


Fernarbeit. Die Fernarbeit ließ die Nachfrage nach Verbrauchergeräten, Smartphones, Tabletts, Laptops und Cloud Servers steigen. Die Hersteller schalteten auf die Produktion von Verbrauchergeräten um, was das Defizit an Bauteilen in anderen Bereichen vergrößerte.



Boom von Elektrotankstellen in Europa. Einige europäische Länder wollen schon in 10 Jahren aus dem Verbrennungsmotor aussteigen und auf das Elektroauto umsteigen. Dies wird wiederum den Ausbau eines Netzwerkes von Elektrotankstellen erfordern und den Verbrauch von elektronischen Geräten und Bauteilen steigern. Man vermutet, dass die Anzahl von Elektrotankstellen in Europa auf 3 Mio. ansteigen wird.

Folgen des Defizits an Bauteilen

Neben den Hauptursachen gab es in jedem einzelnen Produktionszweig von Bauteilen Ereignisse, die die Pläne von Herstellern störten. Wir haben diese in einer Übersichtstabelle je nach elektronischem Bauteil zusammengefasst.

Bauteile 2020Q4 2021Q1
Displays Ein Stromausfall in der Fabrik von NEG führte zum Lieferverzug von Gläsern für Displays Eine Ofenexplosion in der Fabrik AGC Fine Techno (Korea) führte zum Rückgang von Glaslieferungen.
Speicher Ein Stromausfall in der Fabrik von Micron führte weltweit zur Verzögerung der Lieferungen von DRAM und Flash Speichern.
Prozessoren und Chips Die USA schränken die Lieferung von Spitzentechnologien nach China ein. Durch die Einschränkungen wegen Pandemie, die Umverteilung von Aufträgen, unerwartete Stromausfälle und extreme Wetterbedingungen wurden die herkömmlichen Lieferpläne gestört und entstand ein Mangel an Bauteilen.
Leiterplatten Verteuerung von Materialien:
Kupferfolie: 30 ~ 50 %br> Glasfasern: 24 ~ 40 %
Epoxydharz: 25 ~ 30 %
Kondensatoren und Widerstände Vollständige Isolation wegen Pandemie in Malaysia und Japan eingeführt. Die Produktion in der Fabrik Walsin Dongguan wurde wegen eines Brandes, und in der Fabrik Murata Fukui wegen eines Schneefalls eingestellt. Die Fabrik Walsinand Yageoreaches ist überlastet und nimmt keine neuen Aufträge an.
Kabel Die Kupferpreise sind um 40 ~ 50 % im Vergleich zum 2020 angestiegen.
Verpackung Der Mangel an Transportcontainern führte zum Anstieg von Lieferkosten und Rohstoffpreisen Rohstoffpreise angestiegen.
Mechanische Teile Rohstoffpreise angestiegen.
Speisequellen und Ventilatoren Rohstoffpreise angestiegen.

Im Vergleich zum 3. Quartal 2020 sind auch Metallpreise stark angestiegen: Aluminium (46 %), Kupfer (61 %), Nickel (30 %).


Neben der Verlängerung der Zeit der Auftragsausführung und der Kostensteigerung entstanden ab dem 4. Quartal folgende unerwartete Situationen:

  • Man begann, die Produktion von Bauteilen ohne Vorbenachrichtigung einzustellen
  • Die Hersteller stellten sich auf die Produktion von Waren um, die besonders nachgefragt sind
  • Die bereits getätigten Bestellungen können jetzt weder storniert noch an den Lieferanten zurückgegeben werden

Wir haben die Preis- und Fristveränderungen vom 4. Quartal 2020 bis zum 3. Quartal 2021 in einer Übersichtstabelle je nach elektronischem Bauteil zusammengefasst.

Kategorie Bauteil Δ Preis Δ Frist, Wochen
Passive Bauteile Widerstände, Kondensatoren usw. 20~25% 26~30
Akkus 10~15% 12~26
Quarzresonatoren 10~20% 52
Steckverbinder, aus lokaler Produktion 10~45% 6~12
Steckverbinder, importiert 25~50% 10~38
Steckverbinder, RJ und wasserdicht 10~50% 12~20
Chips MPU Beschleunigungssensoren, Kreisel 20~30% 40
MCU Mikrokontroller 10~55% 40~52
LAN Netzchips 25~45% 24~52
PMIC der Stromversorgung 10~50% 24~30
IC gewöhnliche Chips 10~50% 24~30
IC spezielle Chips 20~65% 36~52
MOSFET Transistoren 20~40% 30
Speicher Flash 20~55% 20~30
DRAM 50~70% 30
Leiterplatten Leiterplatten 10~25% 4~14
LCD Industrielle LCD 10~30% 20~30
Kommerzielle LCD 40~75% 20~35
Berührungsbildschirm Berührungsbildschirme 10~15% 12~16
Speisequelle Adapter 10~20% 20~25
PC-Stromversorgungsblock 10~15% 20~30
Mechanismen und deren Teile Kabel 40~60% 6~24
Ventilatoren 10~15% 16~30
Blech 10~20% 6~8
Kühler 10~15% 8~12
Verschiedene Rohstoffe 30~45% 8~12
Verpackung Pappe 15~30% 4~6

Der Anstieg von Preisen und die Verlängerung von Lieferfristen veranlassten die Hersteller, noch mehr Bauteile auf Vorrat zu kaufen, was das Defizit an Bauteilen noch mehr vergrößert hatte. Viele Hersteller waren damit konfrontiert, dass sie auf die Bauteile 25 bis 52 Wochen lang warten mussten und die Preise für Mangelbauteile ab Lager um das Vierzigfache gestiegen waren. Wegen Mangels an einem oder zwei Bauteilen wie zum Beispiel Audiochip oder Netzcontroller ist der Hersteller manchmal gezwungen, den Zusammenbau eines ganzen Postens teurer Ausrüstung zu verschieben.

Zukunftsprognosen und Empfehlungen führender Hersteller

Laut Angaben des Beraterunternehmens Gartner zeigt ein Index von Vorräten an Halbleitern Semiconductor Supply Chain Inventory Tracking Index, dass die globalen Vorräte an Halbleitern im zweiten Quartal 2022 bis zum normalen Niveau aufgebaut werden können und nur am Ende des Jahres 2022 ein angemessenes Niveau erreichen können.

Einer der Geschäftsführer eines Unternehmens zur Herstellung von PCs hat sich zur entstandenen Situation so geäußert: “Die ständig wachsenden Preise für IC-Bauteile haben sich stark auf die Kosten des gesamten Produktportfolios auf dem Industriemarkt ausgewirkt. Jetzt berechnen alle Hersteller der Ausrüstung vor Ausstellung einer Rechnung an den Auftraggeber die Preise um. Zum Beispiel kostete ein Intel Lan Chip i210 gewöhnlich 3,2 Dollar pro Stück und war frei bestellbar, aber später erklärte Intel, dass sie Lieferungen in diesem Jahr stoppt. Vor einigen Wochen mussten wir auf dem Markt 25 000 Stück zum Preis von 34 Dollar pro Stück kaufen, um alle unsere Partnerprojekte realisieren zu können. Es ist fast um 1000% teurer als gewöhnlich! Ein Industriecomputer mit 6 Netzwerksteckern ist also nur wegen eines Bauteils um 185 Euro teurer geworden. Das ist absoluter Wahnsinn! Außer Netzchips gibt es nach wie vor einen Mangel an vielen anderen IC-Bauteilen wie Power IC, Audio IC, MCU… usw.”


Um die Folgen des Defizits zu mildern und die Lieferfristen zu kürzen, sind die Hersteller der Ausrüstung gezwungen, folgende Maßnahmen zu ergreifen:

Mögliche Nachfrage maximal genau planen und ihre Bestellungen bei den Lieferanten von Bauteilen 4 bis 6 Monate im Voraus tätigen

Sicherungsvorrat an Bauteilen für die nächsten 4 bis 6 Monate aufstocken

Bauteile auf dem Spotmarkt zu einem erhöhten Preis kaufen

Preise unter Berücksichtigung der Material- und Transportkosten rasch korrigieren

Prognosen zum Einkauf von Ausrüstung bei Dauerkunden und Vertragshändlern quartalsmäßig sammeln

Neue Möglichkeiten zur Verbesserung der Situation auf den sich schnell verändernden Märkten suchen.


In den letzten paar Monaten hat IPC2U zusammen mit den führenden Herstellern der Industrieausrüstung eine Reihe von Maßnahmen zur Kürzung der Lieferfristen ergriffen und das Lagerprogramm bezüglich Industriecomputer iROBO, Schalter MOXA, E/A-Module ICP DAS und anderer gefragter Positionen wesentlich erweitert.

Damit Ihre Bestellung rechtzeitig ankommt, empfehlen IPC2U und andere Hersteller:

Bedarf an Ausrüstung für mehrere Monate im Voraus planen

Projekt beim Vertragshändler anmelden, um den Einkauf von Zubehör zu optimieren

In das Projekt Ersatzteile, Werkzeuge und Zubehör sowie Ausrüstung für die Zukunft einschließen

Bestellung so früh wie möglich tätigen

Die Fachleute von IPC2U sind bereit, Industrieausrüstung gemäß Ihren Anforderungen schnell und effizient auszusuchen und die kürzeste mögliche Frist für die Lieferung der Ausrüstung zu gewährleisten.


Für weiterführende Informationen oder Bestellungen wenden Sie sich am besten an unser Sales Team via e-Mail: sales@ipc2u.de oder kontaktieren Sie uns direkt per Telefon: +49 (0)511 807 259 0

https://ipc2u.de/artikel/wissenswertes/das-globale-defizit-auf-dem-markt-elektronischer-bauteile-wer-ist-schuld-und-was-tun/
14:14 19.10.2021